Geschichte

Gegründet wird das Stapferhaus 1960. Pro Argovia, Pro Helvetia, der Kanton Aargau und die Stadt Lenzburg halten fest:

«Die Errichtung und der Betrieb einer aargauischen und schweizerischen Stätte der menschlichen Begegnung und der geistigen Auseinandersetzung. Die Gestaltung der Aufgabe muss aus der Erfahrung erarbeitet werden.» – Organisationsstatut des Stapferhauses, 1960

In den ersten 30 Jahren lädt das Stapferhaus zu Tagungen und Debatten auf Schloss Lenzburg. Hier treffen Achtundsechziger auf arrivierte Politiker, Forstwarte auf Umweltschützer, Offiziere auf Rüstungsgegner und junge Diplomaten aus Afrika und Asien auf Schweizer Kollegen.

1994 setzt das Stapferhaus unter der Leitung von Hans Ulrich Glarner erstmals auf das Ausstellungsformat: «Anne Frank und wir» ist ein riesiger Erfolg. Das «und wir» wird programmatisch für alle weiteren Stapferhaus-Projekte.

Philipp Albert Stapfer (1766–1840)

Der Namensgeber des Stapferhauses war helvetischer Minister und gilt als Gründer des Kantons Aargau. Nach seiner Amtszeit wirkte er als Botschafter der späteren Eidgenossenschaft, der mit Napoleon persönlich verhandeln durfte. Stapfer war ein kultur- und bildungspolitischer Visionär und widmete sich, trotz traditionell geprägter Herkunft, der Gegenwart und Zukunft. Als Gründer steht er für das, was das Stapferhaus heute und in Zukunft leisten kann: Variationen der Gegenwart zu zeigen und Varianten der Zukunft zu entwerfen.

Von 2002 bis 2017 baut das Stapferhaus seine Erlebniswelten zu Gegenwartsfragen im Zeughaus Lenzburg auf, die Büros sind weiterhin im Schloss. 2018 erhält das Stapferhaus mit dem Neubau am Bahnhof Lenzburg erstmals eine Heimat, die Ausstellungs- und Büroräume unter einem Dach vereint.